Wie mein Beruf meinen Lebensstil verändert hat

Viele Leute sagen nach meinen Beiträgen bei Instagram: du schreibst so schön, ich lese es immer so gerne. Ich schreibe nicht was ich denke sondern ich schreibe was ich fühle. Traurigkeit, Unsicherheit, Freude, Glück, Familienleben – alles soll Platz haben.

Wie mein Weg mich leitet:

Ich möchte so viel erzählen, weil ich so viel erlebt habe. Weil ich so reich geworden bin – mit all den Erfahrungen, möchte ich so viel weitergeben.

Vor drei Wochen hatten wir unser 25-jähriges Abitreffen. Es war ganz großartig und obwohl ich mich im Vorhinein gar nicht wirklich an alle erinnert habe, war es sofort total vertraut. Alle Namen waren auf einmal  wieder präsent und eine unglaublich schöne Leichtigkeit zwischen allen sorgte für eine Verbundenheit, wie vor 25 Jahren. Es war so wohlwollend, das ich überrascht war. Kein Neid, kein -ach aus dir ist also nichts geworden- Vorwurf. Und erst am nächsten Tag ist es mir aufgefallen…. als ich gefragt wurde was ich jetzt mache, habe ich nur von meiner Arbeit jetzt erzählt. Von meinem Leben auf Norderney – somit die alte Heimat- Yoga, Yogawochenenden und Fastenwochen. Nur in einem Satz und bei einer Person erwähnte ich, dass ich Ernährungswissenschaften studiert und lange in der Psychosomatik gearbeitet habe. Wieso habe ich es vergessen zu erwähnen? Weil es keine große Wichtigkeit mehr ist. Weil ich nichts darstellen muss oder wollte. Ich bin hier – ich bin jetzt. Vergangenes ist bereits geschehen und dient lediglich als  wichtiges Fundament, für alles, was sich danach und daraus entwickelt hat. Nur vier oder fünf hatten mich in den Jahren über Facebook oder Instagram gefunden und waren mir gefolgt. Damals gab es noch nicht einmal StudiVZ. Vielleicht dachte ich unterbewusst, jeder weiß doch was man gemacht hat, aber so ist es ja gar nicht. Ich hatte von den anderen ja auch nichts mitbekommen.

Ich lebe mein Jetzt so authentisch, das alles andere unwichtig ist. Manchmal schaue ich natürlich sehr dankbar auf meine Erfahrungen zurück, denn die Arbeit in der Klinik und in der medizinischen Praxis in Hamburg hat mir so viel beigebracht. Ich wäre niemals den Weg in die vollständige Selbstständigkeit gegangen, wenn ich nicht die Sicherheit meiner Arbeit wertgeschätzt hätte. Noch immer bin ich mit Kolleginnen aus der Zeit befreundet und tausche mich super gerne aus.

Aber ich, ich bin mittlerweile anders. Meine Werte haben sich verfestigt. Yoga hat mich selbst so sehr verändert und geprägt, dass ich endlich meine eigene Wahrheit lebe. Meine drei Kinder sind mein größtes Geschenk, meine größte Herausforderung und mein größter Anker. Sie werden älter, brauchen mich weniger. Für mich mit 43 Jahren also eine Zeit im Wandel. Die Phase, die man früher bei anderen Frauen belächelt hat. Weniger gebraucht werden heißt, wieder anderen Inhalt finden müssen. Mit sich selbst gut sein. Mit sich selbst ruhig sein. Mit sich selbst im Frieden sein. Nichts machen, nichts leisten, nichts schaffen müssen. Und dieser Weg ist für mich viel schwieriger, als mein beruflicher Werdegang. Da gab es eine Fortbildung, ein Seminar und Zertifizierung nach dem nächsten. In diesem Bereich war alles klar, hatte alles Strategie, hatte alles ein Ziel – und in meinen Augen auch alles Sinn. Der Weg jetzt ist leer, anders, herausfordern. Aber ich laufe los und schaue was kommt. Vielleicht ein regelmäßiger Blogartikel 🙂